Universal Design for Learning

Das Universal Design for Learning (UDL) ist ein fächerübergreifendes Rahmenkonzept für die Gestaltung von Unterricht in heterogenen bzw. inklusiven Lerngruppen. Die an drei übergeordneten Prinzipien orientierten evidenzbasierten Strategien haben zum Ziel, dass möglichst alle Lernende die Handlungskompetenz für selbstbestimmtes Lernen erlangen.

Die vollständigen UDL-Guidelines finden sich bei CAST: udlguidelines.cast.org

ChemDive wurde auf Basis der UDL-Version 2.2 erstellt. Die deutsche Formulierung der Checkpoints stammt aus Holländer, Böhm & Melle (2022).

Verschiedene Möglichkeiten zur …

Förderung von LernmotivationDarstellung von InformationenLernaktivität & Lernergebnispräsentation
Zugang

7. Lerninteresse

  • 7.1 Optimieren von Autonomie und Wahlmöglichkeiten
  • 7.2 Optimieren von Relevanz, Nutzen und Authentizität
  • 7.3 Minimieren von Ängsten und Ablenkungen

1. Informationsaufnahme

  • 1.1 Anbieten von individuellen Anpassungsmöglichkeiten bei der Darstellung von Informationen (z. B. Vergrößerung)
  • 1.2 Anbieten von Alternativen zur auditiven Informationsaufnahme
  • 1.3 Anbieten von Alternativen zur visuellen Informationsaufnahme

4. Motorische Lernhandlung

  • 4.1 Variieren von Möglichkeiten zur Steuerung bzw. Bearbeitung von Lernmaterialien und Erstellung von Antworten
  • 4.2 Optimieren des Zugangs zu Bearbeitungsmedien und assistiven Technologien (z. B. anpassbare Tastaturen, Touch Screens)
Aufbau

8. Anstrengungsbereitschaft & Durchhaltevermögen

  • 8.1 Erhöhen von Transparenz und Bedeutsamkeit von kurz- und langfristigen Lernzielen
  • 8.2 Variieren von Anforderungen und Ressourcen zur Optimierung der individuellen Herausforderung
  • 8.3 Fördern von Gemeinschaft und Kooperation
  • 8.4 Anbieten von formativem Feedback mit Bezug auf die Lernzielerreichung

2. Sprachliche & symbolische Informationsdarstellung

  • 2.1 Anbieten von Hilfen zur Klärung von (Fach-)Begriffen und Symbolen
  • 2.2 Anbieten von Hilfen zur Klärung von Satzbau und Strukturen
  • 2.3 Unterstützen der Dekodierung von Text, Formeln und Symbolen
  • 2.4 Fördern der Nutzung von Kenntnissen in anderen Sprachen (z. B. Erstsprache, Alltagssprache, Zeichensprache etc.)
  • 2.5 Verdeutlichen von Schlüsselbegriffen durch verschiedene Darstellungsweisen

5. Ergebnispräsentation & Kommunikation

  • 5.1 Ermöglichen von verschiedenen Arten der Kommunikation und Ergebnispräsentation
  • 5.2 Ermöglichen der Nutzung von Hilfsmitteln zur Ergebniserstellung (z. B. Taschenrechner, Wörterbücher, Rechtschreibprüfung)
  • 5.3 Unterstützen des sukzessiven Kompetenzaufbaus durch verschiedene Levels an reduzierbarer Unterstützung (Scaffolding) bei Übung und Anwendung
Internalisierung

9. Selbstreguliertes Lernen

  • 9.1 Fördern von persönlichen Zielen zur Selbstregulation und von Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zur Optimierung der Motivation
  • 9.2 Fördern von persönlichen Bewältigungskompetenzen und -strategien
  • 9.3 Fördern von Selbstevaluations- und Reflexionsfähigkeit

3. Verstehen

  • 3.1 Aktivieren von Vorwissen und Anbieten von Hintergrundinformationen
  • 3.2 Hervorheben von wichtigen Informationen, Merkmalen, Mustern, Ideen und Zusammenhängen
  • 3.3 Systematisches Anleiten der Informationsverarbeitung (z. B. durch Modellierung, Scaffolding, Feedback etc.)
  • 3.4 Maximieren von Behalten, Generalisierung und Transfer des Gelernten

6. Exekutive Funktionen

  • 6.1 Initiieren und Unterstützen von angemessener Lernzielsetzung
  • 6.2 Unterstützen der Planung und Strategieentwicklung zur Zielerreichung
  • 6.3 Erleichtern des organisierten Umgangs mit Informationen und Ressourcen
  • 6.4 Unterstützen der Überwachung und Steuerung des eigenen Lernfortschritts
Lernexpertinnen und -experten sind …
Zielintentional & motiviertressourcen- & sachkundigstrategisch & zielgerichtet

Übersetzt und adaptiert nach CAST (2018). Universal Design for Learning Guidelines version 2.2. Verfügbar unter udlguidelines.cast.org